Paris – Der Gastronomieführer Guide Michelin hat im Stammland Frankreich drei Toprestaurants mit der Bestnote, einem dritten Stern, ausgezeichnet. Der für Fisch- und Meeresspezialitäten bekannte Christopher Coutanceau aus der Hafenstadt La Rochelle stiegt ebenso in die Spitzenliga auf wie Kei Kobayashi mit seinem Lokal "Kei" und Glenn Viel vom "L'Oustau de Baumaniere" in der südfranzösischen Provence.

Erster japanischer Koch in Frankreich mit drei Sternen

Kobayashi bezeichnete sich einmal als einen "Japaner, der französische Küche macht". Laut Michelin ist er der erste Japaner, der die Spitzenauszeichnung in Frankreich erhalten hat.

Kei Kobayashi hat für sein Lokal Kei in Paris den dritten Stern erhalten. Neben ihm Michelin-Chef Gwendal Poullenec.
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Auch Glenn Viel darf sich über drei Sterne freuen.
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Michelin hatte bereits vor der Verleihung mitgeteilt, dass die "Auberge du Pont de Collonges" des 2018 gestorbenen Küchenpapstes Paul Bocuse ihren dritten Stern verliert und künftig nur noch zwei Sterne hat, was zu heftigen Debatten führte. Denn das Stammhaus von Bocuse in der Nähe von Lyon trug seit 1965 ununterbrochen die Bestnote, zudem galt Bocuse lange als Inkarnation der französischen Spitzenküche. Starkoch Yannick Alleno plädierte für mehr Gelassenheit. "Paul Bocuse hätte erneut die Ärmel hochgekrempelt und gekämpft. Paul war ein Kämpfer", sagte der 51-Jährige. "Es kann passieren, dass wir an einem Tag weniger in Form sind als an einem anderen Tag. Das ist nur menschlich."

Der dritte neue Dreisterner in Frankreich: Christopher Coutanceau.
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"Michelin-Sterne werden nicht vererbt, man muss sie sich verdienen", lautet ein oft wiederholtes Motto von Guide-Michelin-Chef Poullennec. Er leitet den "Guide rouge", wie der Führer in Frankreich auch genannt wird, seit September 2018. Der Restaurantführer blickt auf eine 120-jährige Tradition zurück.

63 neue Sternelokale in Frankreich sind im neuen Guide-Michelin gelistet.
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Bocuse starb vor zwei Jahren im Alter von 91 Jahren. Er gehörte zu den Vertretern der "Nouvelle Cuisine", einer Bewegung damals junger Köche, die die französische Küche entstauben wollten. Sein Kollege Marc Haeberlin berichtete einmal, dass auch Bocuse vor dem Erscheinen des Gourmetführers bis ins hohe Alter hinein stets unruhig gewesen sei.

Michelin zeichnete heuer zum ersten Mal Köche aus, die sich für Nachhaltigkeit in der Küche einsetzen. Gekennzeichnet sind diese Lokale im Restaurantführer mit einem grünen Piktogramm.

Insgesamt sind im neuen Guide 628 Sternerestaurants gelistet:

  • 29 Drei-Sterne-Restaurants, davon drei neu
  • 86 Zwei-Sterne-Lokale, davon elf neu
  • 513 Ein-Stern-Lokale, davon 49 neu

(APA, red, 28.1.2020)