Heuer treffen am Sonntag beim Super Bowl die Kansas City Chiefs auf die San Francisco 49ers. Auf der Suche nach einem Snack für die USA-EssBar aus Kansas City beziehungsweise dem Bundesstaat Missouri bin ich über Toasted Ravioli gestolpert. Toasted Ravioli sind ein italoamerikanischer Snack, der in den 1940er-Jahren in St. Louis, Missouri, aufkam. Mehrere italienische Restaurants dort erheben Anspruch auf deren Erfindung.

Eines gleich vorweg: Ich stelle dieses Gericht hier mit einem Augenzwinkern vor. Denn: Wer kann schon Ravioli, die paniert und anschließend frittiert werden, ernst nehmen? Manchmal schadet es aber nicht, über seinen kulinarischen Schatten zu springen. Das Ergebnis war in diesem Fall jedenfalls besser als vermutet.

Der Super Bowl findet heuer leider ohne die New England Patriots (aus Boston) statt.
Foto: Ursula Schersch

Mein Fazit: Nach einem Versuch auf dem eigenen Herd haben sich die Toasted Ravioli als ziemlich passabel herausgestellt. Bei einem neuerlichen Versuch würde ich aber fertige Ravioli aus der Kühlabteilung verwenden. Ravioli für dieses Gericht selbst zu machen ist wohl etwas übertrieben, denn nach dem Panieren und Frittieren schmeckt man vom Teig ohnehin sehr wenig.

Alternative: Man kann die panierten Ravioli auch im Backofen zubereiten (200 °C Umluft, 15 Minuten). Dort werden sie aber nicht ganz so schön golden, und der Teig fällt etwas knuspriger aus. Frittiert sind sie authentischer und einfach besser.

Zutaten (für ca. 45 Stück, für 4–6 Personen als Snack):

Ravioli:*

2 Eier bei Zimmertemperatur (M; je 60 g mit Schale, 104 g Netto-Gesamtgewicht)

155 g Mehl W700 (die 1,5-fache Menge des Netto-Ei-Gewichts)

1/4 TL Salz

Füllung: ca. 200 g Käse (hier: Gouda)

* Für eine Schnellversion fertige Käse- oder Fleisch-Ravioli aus der Supermarkt-Kühlabteilung verwenden.

Panier:

1 Ei + 2 EL Milch

80 g Semmelbrösel

2 gehäufte EL (10 g) fein geriebener Parmesan

1 gestr. TL getr. Basilikum

1/2 TL getr. Oregano

1/2 TL getr. Thymian

1/2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

1/3 TL Knoblauchpulver

1/4 TL Salz

Tomatensauce:

400 g feingehackte Tomaten (Dose)

2 gehäufte EL (10 g) feingeriebener Parmesan

2 EL frische Kräuter, gehackt (Basilikum, Oregano, Thymian) oder 2 TL getrocknete

1/2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Salz

Außerdem:

Ca. 1/2 Liter Sonnenblumenöl zum Frittieren

Geriebener Parmesan und gehackte Petersilie zum Garnieren

Das Rezept als PDF zum Ausdrucken

Für den Ravioli-Teig Eier und Salz mit einer Gabel in einer Schüssel verquirlen. Rund die Hälfte des Mehls unterrühren, dann mit der Gabel das restliche Mehl einarbeiten. Sobald halbwegs ein Teig zusammenkommt, mit den Händen auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem glatten Teig kneten, rund 5–10 Minuten. Bei Bedarf noch wenig Mehl unterkneten, sodass der Teig nicht mehr klebt. Den Teig zugedeckt 15–30 Minuten bei Zimmertemperatur rasten lassen.

Foto: Ursula Schersch

In der Zwischenzeit die Tomatensauce zubereiten. Dafür die fein gehackten Tomaten mit dem Parmesan und den Gewürzen in einer Pfanne bei mittlerer Hitze für rund 10 Minuten einkochen lassen. Mit Salz abschmecken.

Foto: Ursula Schersch

Während der Teig rastet, die Panier zubereiten. Ein Ei mit 2 EL Milch in einem Suppenteller verquirlen. Semmelbrösel, Parmesan und die Gewürze in einem zweiten Teller gründlich vermengen.

Foto: Ursula Schersch

Den Teig in zwei Stücke teilen, einen Teil wieder zudecken und den anderen sehr dünn mit einem Nudelholz oder einer Nudelmaschine ausrollen (hier: 45 x 32 cm). Dabei immer wieder bemehlen und wenden, damit er nicht an der Arbeitsfläche kleben bleibt. Den ausgerollten Teig mittig zusammenfalten und den Bug mit den Fingern nachzeichnen – so kann man genau die Hälfte des Teiges bestimmen. Den Käse für die Raviolifüllung in Stücke schneiden (ca. 2 x 2 x 0,5 cm).

Eine Hälfte des Teiges mit Käsestücken belegen, dazwischen genug Abstand lassen.

Foto: Ursula Schersch

Den Teig rund um die Käsestücke mit einem nassen Pinsel anfeuchten, die unbelegte Teighälfte darüberklappen und den Teig rund um die Käsestücke andrücken, möglichst keine Luft einschließen. Den Teig mit einem Teigrad oder einem Messer in Quadrate schneiden.

Die Ränder aller Ravioli nochmal auf Dichtheit kontrollieren. Wenn die Ravioli nicht dicht sind, läuft beim Frittieren später der Käse aus. Mit der zweiten Teighälfte gleich verfahren.

Foto: Ursula Schersch

Die Ravioli zuerst durch die Ei-Milch-Mischung ziehen, kurz abtropfen lassen, anschließend in der Bröselmischung wälzen. Die Panier gut andrücken.

Foto: Ursula Schersch

Wenn alle Ravioli paniert sind, einige Zentimeter Öl in einem Topf auf 170 °C erhitzen. Die Ravioli in Partien hineingeben und beidseitig goldbraun frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Foto: Ursula Schersch

Ravioli mit geriebenem Parmesan und Petersilie bestreuen und mit Tomatensauce servieren. Guten Appetit! (Ursula Schersch, 29.1.2020)

Zum Blog der Autorin: tasteoftravel.at

Foto: Ursula Schersch

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Foto: Ursula Schersch