Immer sprühend vor Ideen: Tesla-Boss Elon Musk. Jetzt plant er einen Aktiensplit – auch um das Kaufinteresse anzukurbeln.

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Während das Virus die Autobranche heftig infiziert hat und viele traditionelle Hersteller wie BMW, Daimler, Volkswagen oder Renault Corona-bedingt in die roten Zahlen fuhren, stach Tesla im vergangenen Vierteljahr mit Gewinn hervor. Der vierte in Folge – und das erstmals seit der Gründung im Jahr 2003.

Der Elektroautopionier aus Kalifornien, der künftig auch in Deutschland nicht nur Autos, sondern auch Batteriezellen produzieren will, verdiente von April bis Juni trotz eines Umsatzrückgangs 104 Millionen Dollar (88,5 Mio. Euro).

Große Pläne

In diesem denkwürdigen Jahr, in dem die Automobilbranche eine ihrer tiefsten Krisen erlebt und kein Stein auf dem anderen bleiben wird, hat Tesla es erstmals geschafft, über zwölf Monate hinweg schwarze Zahlen zu schreiben.

Keine Überraschung also, dass Tesla-Chef Elon Musk – Krise hin oder her – bei seinen Ausbauplänen keine Abstriche machen will. 2020 will er mehr als 500.000 Autos ausliefern, neben dem Stammwerk im kalifornischen Fremont ist in Texas nahe Austin ein zweites Werk geplant –"eine atemberaubende Fabrik direkt am Colorado River" –, gut eine Milliarde Dollar will Tesla dafür in die Hand nehmen, rund 5000 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Dazu sollen fürderhin neben dem Batteriewerk in Nevada auch in Brandenburg neben Autos auch Batteriezellen produziert werden. Den Investoren gefallen diese Pläne so wie viele der vollmundigen Ankündigungen des schrillen Chefs davor.

Investorenherz schlägt höher

Das Papier gehörte in den vergangenen Monaten – auch im Windschatten des Technohypes an den Börsen – zu den Lieblingen der Investoren. Wer vor zehn Jahren eingestiegen ist und seine Aktie weiterhin hält, darf sich trotz häufigem Auf und Ab über einen Kursgewinn von rund viertausend Prozent freuen. Heuer hat Musks Unternehmen ebenfalls einige Sprünge hingelegt. Seit dem Corona-Crash im März ging es wieder kräftig aufwärts, bis Mitte Juli hat sich der Kurs vorübergehend auf 1800 Dollar mehr als verfünffacht und sackte wieder ab.

Immer noch gibt es viel Fantasie nach oben, wie die zahlreichen Anhebungen beim Kursziel signalisieren. Das höchste, das Analysten ausgeben, liegt bei 2300 US-Dollar.

Aktiensplit

Dienstag nach Börsenschluss hüpften die Anteilsscheine nachbörslich auf 1450 US-Dollar. Tesla hat einen Aktiensplit für Ende August angekündigt. Aktionäre sollen für je ein Papier vier weitere Anteilsscheine als Dividende erhalten, so das Unternehmen. Wirksam werden soll das Verfahren am 31. August. Ein Grund für die Aktion: Tesla gibt traditionell Aktien an Mitarbeiter aus, auch an jene, die weniger verdienen. Bei einem Aktienkurs von 1400 US-Dollar ist das schwierig. Aber auch der Effekt, dass die Aktie damit optisch günstiger ist, schadet als Marketingmaßnahme wohl nicht. (rebu, 12.8.2020)