Süß und salzig, Schokolade und Walnuss. Dieser glutenfreie Kuchen lässt vielen wohl schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Aber Vorsicht! Wer abergläubisch ist, könnte mit Salz und Walnüssen seine Schwierigkeiten haben – oder welche bekommen.

Salz, die göttliche Substanz

Salz war bereits bei den Römern als „weißes Gold“ bekannt, das jenen, die es besaßen, Reichtum und Macht verlieh. Homer nannte das Salz „die göttliche Substanz“. Der Umgang mit ihm unterlag bis in unsere Zeit strengen Regeln: Salz dürfe man etwa nie direkt mit den Händen berühren, sodass noch heute in vielen Rezepten von einer „Messerspitze Salz“ die Rede ist. Und wer Salz verschüttet, lockt das Unglück an. Außer man wirft gleich eine Prise Salz über die Schulter. Braucht man hingegen Glück, mischt man einfach Salz und Olivenöl oder Wasser und Salz und verteilt es im Haus, wie zum Beispiel in Sizilien üblich.

Foto: Alessandra Dorigato

Der verfluchte Walnussbaum

Auch der Walnussbaum kann in Italien mit Pech verbunden sein. Dies geht zurück auf die über 1.000 Jahre alte Legende vom verfluchten Walnussbaum von Benevento in Kampanien. Der Baum war so mächtig, dass Hunderte von Hexen, geschützt unter den Ästen, ihre Rituale abhielten. Bis ein beherzter Priester namens Barbato es schaffte, den Baum zu fällen. Die Kirche fing alle Hexen ein, und so wurde Benevento vom Unglück befreit. Das Wort nocino, das sich von noce (Nuss) ableitet und „schädlich“ bedeutet, soll damals entstanden sein. Ebenso wohl der Aberglaube, dass unter einem Walnussbaum zu schlafen, Unglück bringt.

Zutaten (für eine Backform: Ø 20 cm)

  • 200 g Ricotta
  • 2 Eier, groß
  • 1 Ei, mittel
  • 75 g Zucker
  • 150 g dunkle Schokolade, 70 Prozent Kakaoanteil
  • 50 g Walnusskerne
  • 30 g Mais- oder Reisstärke
  • grobes Meersalz (Fior di sale)
  • Butter und Kakaopulver für die Backform
Foto: Alessandra Dorigato

Zubereitung

Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Eine Backform  mit Butter einfetten und mit Kakao bestäuben. Die Schokolade über einem heißen Wasserbad schmelzen. Den Ricotta in einem Sieb gut abtropfen lassen. Walnüsse in einer Pfanne ohne Fett rösten und grob hacken.

Die Eier trennen. Das Eiweiß mit der Hälfte des Zuckers zu steifem Schnee schlagen. Eigelb mit der anderen Hälfte des Zuckers cremig schlagen. In diese Mischung werden nun die abgekühlte Schokolade, Ricotta, Walnüsse und die Stärke gemischt. Wer es gern salzig mag, würzt hier schon mit einer Prise. Zum Schluss den Eischnee vorsichtig unter den Teig heben.

Den Kuchen 35 bis 40 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. Ofen ausschalten, Tür öffnen und den Kuchen im Ofen gut auskühlen lassen. Mit Kakao und etwas Meersalz bestäuben und servieren.

Dieser wunderbare Schokokuchen mit Walnüssen schmeckt mir am besten, wenn ich ihn in dünne beziehungsweise Pralinen-große Stücke schneide und wenn diese Kühlschranktemperatur haben.
Salz stimuliert die Zuckersensoren der Zunge und lässt Süßspeisen intensiver schmecken. Trotzdem ist Salz auf süße Gerichte nicht jedermanns Sache, so reiche ich es immer separat dazu.

Buon appetito!

Foto: Alessandra Dorigato

Typisch für die Osterzeit ist in Italien der Bucellato, ein toskanischer Striezel mit Walnussherz. Das Rezept finden Sie auf AModoMio. (Alessandra Dorigato, 6.4.2021)

Weitere Rezepte von Alessandra Dorigato