In Zürich gab es mit einem Plus von acht Prozent eine der höchsten Zuwachsraten im Luxussegment in Europa.

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Im Corona-Jahr 2020 sind die weltweiten Preise für Luxusimmobilien nicht zurückgegangen, sondern haben sogar noch stärker zugelegt als erwartet. Mit einem Plus von 1,9 seien die Preise "wegen und nicht trotz der Pandemie" stärker gestiegen als noch im Jahr davor, heißt es in einer Aussendung von Otto Immobilien. Die Zahlen stammen aus dem neuen Wealth Report von Knight Frank, dem internationalen Partner von Otto Immobilien, der jährlich in einem Index die Preise für Luxusimmobilien an weltweit einhundert Standorten erhebt.

Spitzenreiter Auckland

In etwa einem Drittel der 100 untersuchten Metropolen stagnierten die Preise zwar oder gingen sogar stärker zurück. In 66 Städten, also rund zwei Drittel, gab es demnach aber teils auch recht starke Preisanstiege. Die neuseeländische Metropole Auckland war dabei mit einem Plus von 17,5 Prozent Spitzenreiter, gefolgt von den asiatischen Städten Shenzhen (13,3 Prozent), Seoul (11,7 Prozent) und Manila (10,2 Prozent). In Europa ging es etwa in Moskau (9,9 Prozent), Zürich (8,0 Prozent), Stockholm (6,3 Prozent) und Amsterdam (6,0 Prozent) steil bergauf, doch das High-End-Segment musste hier in einigen Metropolen auch deutliche Rückgänge hinnehmen, etwa in London (minus 4,3 Prozent), in Madrid (minus 4,0 Prozent) oder in Paris (minus 2,3 Prozent).

In Wien bewegte sich das Luxussegment mit einem Plus von 0,8 Prozent nur sehr moderat nach oben. Die österreichische Bundeshauptstadt liegt damit etwa gleichauf mit Berlin, Monaco und Barcelona. Wegen der weltweiten Reisebeschränkungen kam die Nachfrage naturgemäß vor allem aus den Heimmärkten, schreiben die Analysten von Knight Frank.

Die Reichen wurden reicher

Der Grund für die Preisanstiege ist rasch erklärt und findet sich ebenfalls im Wealth Report: Die Reichen wurden durch die Pandemie noch reicher. Konkret stieg die Zahl der sogenannten Ultra High Net-Worth Individuals (UHNWIs), das sind per Definition Menschen mit einem Vermögen von mindestens 30 Millionen US-Dollar, im vergangenen Jahr weltweit um 2,4 Prozent auf rund 520.000.

Die Superreichen haben schon im Vorjahr viel Geld in Immobilien investiert, und das dürfte auch heuer so weitergehen. Laut einer Umfrage von Knight Frank für den Wealth Report plant ein Viertel der Ultra-high-net-worth individuals, heuer in Immobilien zu investieren. Neben Bauland werden Investitionen in Wohnimmobilien, aber etwa auch in Logistikimmobilien die Nachfrage anführen.

Besonders stark sei Corona-bedingt das Interesse an ländlichen und küstennahen Immobilien, sagte Liam Bailey, Global Head of Research bei Knight Frank. "Diese gestiegene Nachfrage wird dazu führen, dass die Preise in unseren Schlüsselmärkten heuer um bis zu sieben Prozent steigen werden." (red, 9.3.2021)