Nura al-Matruschi (hier gemeinsam mit ihrem Kollegen Mohammed al-Mulla) soll die erste arabische Astronautin werden.
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Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich zu einer fleißigen Raumfahrtnation entwickelt. Im vergangenen Februar erreichte die erste Raumsonde der VAE – und damit die erste aus einem arabischen Land – den Mars. Auch eine Mondmission hat der Golfstaat in Planung. Die Missionen sollen unter anderem Investoren aus dem Ausland anlocken und vor allem auch das Image des Landes aufpolierten. Letzteres hat der schwerreiche Golfstaat auch durchaus nötig, die Lage der Menschenrechte, insbesondere aber die der Frauenrechte ist mehr als katastrophal.

Der Emir von Dubai, Scheich Mohammed bin Rashid al-Maktum, der wohl größte Förderer der Raumfahrt im Land, ist auch der Vater der verschwundenen Prinzessin Latifa. Sie wird nach eigenen Angaben seit einem Fluchtversuch im Februar 2018 in einer Villa von ihrer Familie festgehalten. UN-Menschenrechtler verlangen ein Treffen mit der Frau.

"Den Namen der Emirate in den Himmel heben"

Nicht zuletzt diesem PR-Desaster dürfte es zu verdanken sein, dass die Emirate nach eigenen Angaben nun die erste arabische Frau zur Astronautin ausbilden lassen. Nura al-Matruschi sei gemeinsam mit dem männlichen Kollegen Mohammed Al Mulla aus mehr als 4.000 Bewerbungen für ein Programm der US-Raumfahrtbehörde Nasa ausgewählt worden, schrieb der emiratische Vizepräsident am Samstag bei Twitter. "Wir zählen darauf, dass sie den Namen der Emirate in den Himmel heben."

Al-Matruschi studierte Maschinenbau und war in der Jugenddelegation der Vereinten Nationen, hieß es in einer Mitteilung auf der Homepage des Scheichs von Dubai. Ihr Alter wurde nicht genannt. Die beiden angehenden Astronauten würden am Johnson Space Center in den USA in der bemannten Raumfahrt sowie der Raumfahrtforschung geschult.

Teil der Ausbildung von Nura al-Matruschi ist auch ein Besuch der Internationalen Raumstation ISS.
Foto: Reuters/Mohammed Bin Rashid Space Centre

Besuch der ISS

Auch ein Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation ISS sei Teil der Ausbildung. Nach Angaben des emiratischen Raumfahrtprogramms seien ein Drittel der Bewerber für das Nasa-Ausbildungsprogramm in Zusammenarbeit mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Frauen gewesen. Die Bewerber durchliefen demnach ein mehrstufiges Verfahren unter anderem mit Intelligenztests, medizinischen Untersuchungen und Interviews. (red, APA, 12.4.2021)