Versiegelte Flächen sind ein Problem für Tiere, Pflanzen und Menschen.

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Unlängst echauffierte sich ein Bekannter am Telefon. Er liest diese Kolumne regelmäßig und hat sich mittlerweile garantiert erkannt. Keine Sorge, ich darf das – wir kennen uns quasi unser Leben lang. Also: Er regte sich bei mir über Logistikzentren auf, weil: "Die verschandeln die Landschaft." Er wollte das weiter ausführen, doch da klingelte es bei ihm, Moment, die Briefträgerin! Er hatte ein Paket bekommen, wieder einmal. Ich musste lachen, er auch, zumindest ein bisschen.

Damit seine Pakete nämlich so fix zugestellt werden, wie es dem Zeitgeist entspricht, braucht es Logistikflächen in und rund um Städte, die oft Böden versiegeln. Das ist für Tiere, Pflanzen, Menschen ein Problem, weil ihnen Lebensraum entzogen wird, Starkregen nicht mehr versickern kann und sich diese Flächen im Sommer stark aufheizen. Und, da hat mein Bekannter, der alte Ästhet, recht: Schön anzuschauen sind die Kästen auch nicht.

Das Packerl ist da!

Will wirklich irgendjemand, dass die Landschaft zunehmend hinter diesen Betonkolossen mit den dazugehörigen Lkws und Lieferautos verschwindet? Ich denke nicht. Aber viele bestellen seit Corona mehr online, ohne an die Folgen zu denken. Ich merke das bei uns im Wohnhaus: Es vergeht kein Tag, an dem nicht ein Paketdienst bei mir läutet, weil die Nachbarn am Ende eh nicht daheim sind, wenn ihr ersehntes Packerl kommt.

Ich weiß, ich weiß: Es gibt Dinge, die gibt es nur im Internet. Und es gibt Menschen, die für ihren Einkauf nicht rausgehen können. Aber Hand aufs Herz: In den meisten Fällen ist es die reine Bequemlichkeit. Und die ist folgenschwer. Der eine Mausklick beim Bestellen wirkt sich auf unsere Umwelt, die Innenstädte und den Verkehr aus. Das hab ich auch meinem Bekannten so gesagt, nachdem er sich von seiner Postlerin verabschiedet hatte: "Und bis zum nächsten Mal!" (Franziska Zoidl, 4.6.2021)