Vor allem junge Männer neigen dazu, die undurchsichtigen Kaufmechanismen von Loot Boxen zu nutzen.

Foto: Getty Images/fotostorm

Spanien will ein Gesetz zur Regulierung der Verwendung von sogenannten Lootboxen in Videospielen einführen, um ein "gedankenloses, zwanghaftes oder sogar pathologisches" Verbraucherverhalten zu vermeiden, wie die Regierung am Mittwoch mitteilte.

Lootboxen sind digitale Pakete mit virtuellen Gegenständen, die mit echtem Geld gekauft werden können. Vor allem bei kostenlosen Spielen sind sie eine wichtige Einnahmequelle für Entwickler. Sie ermöglichen den Spielern, auf Zufallsbasis teils spielverändernde Ausrüstung zu gewinnen, die Unternehmen bekommen dadurch einen margenstarken Einkommensstrom.

Auch NFTs und Kryptowährungen im Blick

Verbraucherminister Alberto Garzon sagt, die Regierung werde in ein paar Wochen Spielelemente regulieren, die virtuelle Produkte mit einem wirtschaftlichen Wert auf einem realen oder virtuellen Markt anbieten, die weiterverkauft oder getauscht werden können – einschließlich der Verwendung von nicht-fungiblen Token (NFTs) oder Kryptowährungen.

Lootboxen haben ähnliche Merkmale wie Glückspiel, einschließlich der Zufälligkeit der Preise, die einen quantifizierbaren Wert haben, und der Kosten für die Aktivierung des Mechanismus. In einer Erklärung sagte Garzon, das Gesetz würde es Spielern ermöglichen, Spaß zu haben und gleichzeitig ihre Gesundheit zu schützen.

Drei von zehn spanischen Studenten gaben im Jahr 2021 Geld aus, um ihren Rang, ihren Charakter, ihr Zubehör oder ihr Image in Videospielen nach dem Erstkauf zu verbessern, so eine Umfrage des Nationalen Plans zur Drogenbekämpfung, der auch die Online-Sucht überwacht. Jüngere Männer neigen am meisten dazu, diese Kaufmechanismen zu nutzen, so die Studie. (Reuters/red, 1.6.2022)