Obwohl 70 Prozent der Befragten schon einmal krank in der Arbeit waren, geben 85 Prozent an, sich unwohl zu fühlen, wenn Kolleginnen und Kollegen krank zur Arbeit kommen.

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Wer krank ist, sollte zu Hause bleiben. Trotzdem kommen jedes Jahr vor allem in der kalten Jahreszeit viele Beschäftigte trotz Hustens, Schnupfens und Heiserkeit an den Arbeitsplatz. Daran scheint auch die Corona-Pandemie nichts verändert zu haben: In den letzten vier Wochen war ein Drittel der Beschäftigten krank in der Arbeit. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Job-Plattform Hokify mit 800 Teilnehmenden in Österreich.

Insgesamt waren sieben von zehn Arbeitenden schon einmal krank in der Arbeit. Am häufigsten gaben die Befragten an, erkrankt in die Arbeit zu gehen, um das eigene Team nicht zusätzlich zu belasten (32 Prozent). Gefolgt von einem wichtigen Termin oder Auftrag (24 Prozent) sowie der Angst, den Job zu verlieren (22 Prozent). Oft gibt es auch keine Vertretung für die eigenen Tätigkeiten (21 Prozent).

Vor allem Mitarbeitende zwischen 35 und 45 Jahren neigen dazu, krank zur Arbeit zu erscheinen: 84 Prozent der Befragten dieser Altersklasse gaben an, schon einmal krank in der Arbeit gewesen zu sein, 33 Prozent sogar in den letzten vier Wochen. Zum Vergleich: Bei den 15- bis 24-Jährigen waren 69 Prozent und bei den über 55-Jährigen 62 Prozent schon einmal krank arbeiten.

Verantwortung liegt bei den Unternehmen

Dabei bedeutet krank zur Arbeit zu kommen für das direkte Umfeld eine Mehrbelastung. Die Umfrage zeigt deutlich: 85 Prozent der Befragten fühlen sich unwohl am Arbeitsplatz, wenn Kolleginnen und Kollegen krank zur Arbeit kommen. "Das Wohlbefinden hat direkten Einfluss auf die Produktivität und Qualität der Arbeit. Gleichzeitig erhöht sich für alle vor Ort das Ansteckungsrisiko und damit die Gefahr, dass ein Großteil des Teams ausfällt. Aus der guten Absicht, die Kolleg:innen nicht zu belasten, resultiert ein zusätzliches Risiko für alle", erklärt Karl Edlbauer, Geschäftsführer von Hokify.

Auf der anderen Seite gibt ein Viertel der Befragten an, dass sie von ihrem Arbeitgeber gebeten wurden, krank zur Arbeit zu kommen. Arbeiten Beschäftigte trotz Krankheit, kann das neben der erhöhten Ansteckungsgefahr auch zu verstärkten Symptomen, langsamerer Genesung oder chronischen Krankheiten führen – auch im Homeoffice. "Um negative Folgen zu vermeiden, muss ein klarer Umgang mit dem Thema Krankheit am Arbeitsplatz gelebt werden. Besonders Führungskräfte haben hier eine Vorbildfunktion und sollten dementsprechend nicht krank zur Arbeit kommen", sagt Edlbauer. (red, 9.11.2022)