Probieren Sie einmal, Fisolen anders zuzubereiten: Zum Beispiel im Ofen gebacken und mit Kräutern und Kapern mariniert. Eine perfekte Vorspeise für alle, die charaktervolle, kräftige Aromen lieben. 

Gambe de siora, die Bohne, die den Damen Beine machte

In meinem Heimatdorf heißen die Fisolen tegoline. Obwohl das hochitalienische Wort fagiolini überall bekannt ist, wird die grüne Bohne in fast jedem Landstrich Italiens anders genannt. Das mag daran liegen, dass sie lange vor der Einführung einer gemeinsamen Sprache auf dem Speisezettel stand. Eine sehr alte Sorte sind die gambe de siora (Damenbeine) aus Venetien und Trentino-Südtirol. Sie bilden keine Fäden, sind dünn und lang wie die Beine mancher Frau. Gekocht sind sie butterweich und doch knackig im Biss: eine begehrte Sorte Bohnen also. In meiner Kindheit zogen noch "Bohnenverkäufer" durch die Dörfer, mit Säcken voller Saatgut für viele Gemüsesorten, oft auch für die gambe de siora. Da liefen die Frauen des Dorfes dann zusammen und scharten sich um den Verkäufer.

Foto: Alessandra Dorigato

Beliebte Fisolenrezepte

Wir Italiener lieben Bohnen, ob weiß und rund oder lang und grün. Zum Beispiel fagiolini all’uccelletto, geschmort mit Tomatensauce und Salbei. Auch als Salat findet man die grünen Bohnen im Sommer oft am Tisch. Eine Prise Natron oder Mehl im Kochwasser bewahrt die schöne Farbe. Am besten salzen Sie die Bohnen, wenn sie frisch abgegossen und noch heiß sind. Durch die Hitze schmelzen die Salzkristalle, die sich gut verteilen können. Erst dann Öl, Essig und etwas schwarzen Pfeffer zugeben. Für die Salatvariante mit Guanciale oder Pancetta lassen Sie das Öl in der Marinade weg. Stattdessen wird der Speck kleingeschnitten und in Öl knusprig braun gebraten. Vor dem Servieren über die Bohnen verteilen und gleich warm genießen.

Foto: Alessandra Dorigato

Zutaten (für 4 bis 6 Personen)

  • 600 g Fisolen (grüne Bohnen)
  • 3 EL Olivenöl
  • 30 g Butter
  • 1 kräftige Prise Salz
  • 1 kräftige Prise schwarzer, frisch gemahlener Pfeffer
  • 20 g Pinienkerne oder gehackte Mandeln
  • 30 g kleine Kapern (am besten Nonpareilles)
  • 10 g wilder Fenchel (alternativ Dill)
Foto: Alessandra Dorigato

Zubereitung

Backofen auf 200 Grad (Umluft) vorheizen. Fisolen waschen, trocken tupfen und von den Spitzen befreien. Die Bohnen in 1 Esslöffel Öl schwenken, mit Salz und Pfeffer würzen. Ein Blech mit Backpapier auslegen, die Bohnen darauf verteilen und circa 10 bis 12 Minuten backen. Die Fisolen sollen weich und stellenweise braun sein. Auf eine Servierplatte geben.

Pinienkerne ohne Fett goldbraun rösten. Dabei ständig rühren. Butter in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze zerlassen. Butter und Pinienkerne gleichmäßig über die Fisolen verteilen.

Kapern waschen und trocken tupfen. 2 Esslöffel Öl in den Topf geben und erhitzen. Kapern darin unter Rühren 1 bis 2 Minuten braten, bis sie knusprig sind. Mit einem Schaumlöffel aus dem Öl heben und mit dem gehackten wilden Fenchel über die Fisolen streuen. Wer in Salz eingelegte Kapern verwendet, sollte sie nach dem Abwaschen zerkleinern. So lassen sich die salzigen Stückchen dann besser verteilen.

Wer es deftig mag, brät mit den Kapern etwas klein geschnittenen Pancetta oder Guanciale an. 

Ein Tipp: Die Bohnen anfangs lieber etwas weniger salzen, wenn Sie Salzkapern und Speck verwenden. Am Schluss alles gut durchmischen und die gebackenen Fisolen mit gerösteten Weißbrotscheiben servieren.

Buon appetito!

Foto: Alessandra Dorigato

Der Sommer ist nicht nur grün, sondern auch rot! Das beweisen diese süßen karamellisierten Tomaten. Sie sind eine großartige Vorspeise und eine ebensolche Beilage.

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