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Wir kaufen immer mehr im Internet ein, klicken auf das Produkt, das uns gefällt, und oft liegt es schon am nächsten Tag vor unserer Haustür. Bequem und oft günstiger einkaufen, ohne das Haus zu verlassen – hat der stationäre Handel da überhaupt noch eine Zukunft?

Christian Mikunda sagt Ja. Der studierte Theaterwissenschafter inszeniert sei Jahren für Läden Einkaufen als Erlebnis. "Wir haben das Bedürfnis, uns ein emotionales Extra abzuholen", sagt er im STANDARD-Podcast bei Philip Pramer. In Südkorea seien die Geschäfte und Lokale etwa voll mit jungen Menschen, auch wenn sie dort ununterbrochen auf ihr Smartphone starren würden.

Christian Mikunda glaubt nicht an ein Ende des stationären Handels.
Foto: ap/Tony Gutierrez

In Südkorea sei Art Priming zu beobachten. Dabei werden Produkte zusammen mit Kunstwerken platziert, die Artikel wirken selbst wie Kunst. Eine südkoreanische Brillenmarke habe dieses Konzept mit riesigen Kunstinstallationen in den Geschäften auf die Spitze getrieben. Aber auch in Europa wird das Konzept angewandt, etwa im Shop von Swarovski auf der Wiener Kärntner Straße.

Auch im Lebensmittelhandel hält Art Priming Einzug: In Asien lege man etwa Pilze und Kartoffeln neben Holzstücke, "um das Erdige und Haptische der Produkte spürbar zu machen". In Deutschland setzt Edeka auf Indoor-Farming im Markt selbst. Damit soll Naturnähe suggeriert werden. Greenwashing? Nein, denn es gehe bei Inszenierung immer darum, "die Wahrheit an einem Element herauszubringen" – wie ein Regisseur auf einer Theaterbühne.

Mikunda glaubt, dass Menschen in den Geschäften künftig wichtiger werden. Mitarbeiter werden nicht mehr ausschließlich aufgrund ihrer Ausbildung, sondern auch wegen ihrer Sozialisation zur Marke engagiert. "Die Mitarbeiter, die Marke und die Kunden sollen im Gleichklang schwingen", sagt Mikunda.

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Die nächste Folge von "Edition Zukunft" erscheint in zwei Wochen. Viele weitere spannende Beiträge und Artikel rund um das Leben von morgen finden Sie in unserem Ressort derStandard.at/Zukunft und jeden Freitag auf vier Seiten im STANDARD. (red, 2.8.2019)