Ein früher Rückschlag im Job muss der Karriere nicht im Weg stehen.

Getty Images

Wer könnte erfolgreicher werden: Junge Wissenschafter, die zu Beginn ihrer Karriere ein wichtiges Stipendium erhalten haben, oder jene, die dieses Stipendium nur knapp verpasst haben? Dieser Frage gingen Forscher der Northwestern Kellogg School of Management in Illinois nach. Geht man davon aus, dass früher Erfolg eine Garantie für eine gut verlaufende Karriere ist, dann scheint die Antwort auf der Hand zu liegen. Verfolgt man den Ansatz "Was dich nicht umbringt, macht dich härter", dann könnte man den anfänglich erfolgloseren Wissenschaftern durchaus Chancen für ihren weiteren Berufsweg einräumen.

Die Studie stellt fest, dass frühes Scheitern zu späterem Erfolg führen kann. Die Forscher untersuchten dafür ein spezielles Stipendium der National Institutes of Health (NHI) in den USA – die älteste und häufigste Stipendienart der NIH und für Nachwuchsforscher in den biomedizinischen Wissenschaften von enormer Bedeutung. Der Datensatz des Teams enthielt alle 778.219 entsprechenden Finanzhilfeanträge, die zwischen 1990 und 2005 bei den NIH eingereicht wurden.

Wissenschafter, die das Stipendium knapp verpasst hatten, veröffentlichten demnach erfolgreichere Arbeiten als diejenigen, die sich nur knapp für das Stipendium qualifiziert hatten. Langfristig "waren die Verlierer besser", sagt Dashun Wang, Co-Autor der Studie. Die Vergleichsgruppen waren sich aus wissenschaftlicher Sicht ähnlich wie "eineiige Zwillinge", sagt Wang. Sie hatten bei der Einreichung ihres Finanzhilfeantrags die gleiche Anzahl von Arbeiten veröffentlicht und ungefähr den gleichen Anteil an Zitaten gesammelt.

Berühmtheiten mit Startschwierigkeiten

Die Liste berühmter Persönlichkeiten, die sich durch eine Niederlage nicht unterkriegen ließen, ist auch nicht gerade kurz. Das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" hat dazu ein paar Beispiele zusammengetragen. Walt Disney wurde zu Beginn seiner Karriere von einem Zeitungsherausgeber hinausgeworfen, weil es ihm an Fantasie und Vorstellungskraft mangelte. Der US-Schauspieler Fred Astaire gilt als größter Tänzer aller Zeiten. Bei seinen ersten Probeaufnahmen sah das der Aufnahmeleiter allerdings ganz anders und schrieb über den neuen Bewerber: "Kann nicht spielen! Etwas kahlköpfig! Kann ein bisschen tanzen!" Stephen Kings erste Werke wurden von allen Verlagen abgelehnt. King war angeblich so enttäuscht, dass er das Manuskript für den Roman "Carrie" in den Müll warf und aufgeben wollte. Seine Frau soll es herausgefischt und ihn dazu gebracht haben, es zu vollenden. Der Roman hat sich millionenfach verkauft und wurde mehrfach verfilmt. (red, 30.1.2019)