Eines der vielen Anwendungsgebiete von KI: Damit die Smartwatch auch smart ist, braucht sie diese.

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Die Einsatzbereiche von künstlicher Intelligenz sind vielfältig. Gleiches gilt auch für die Jobmöglichkeiten von Expertinnen und Experten mit dementsprechendem Fachwissen – ob bei der Verbesserung medizinischer Diagnoseverfahren oder der Entwicklung neuer KI-Systeme zur Steuerung von Warenströmen. Künstliche Intelligenz begegnet uns aber auch in sehr vielen alltägliche Anwendungen – sei es bei Smartphone-Apps, in Computer- und Videospielen, bei selbstfahrenden Autos, im Selbstzahlterminal an der Supermarktkasse oder auch bei medizinischen Anwendungen.

Auch das Beratungsunternehmen Deloitte sieht in seiner jährlichen Analyse des Technologiesektors den Einsatz künstlicher Intelligenz als einen von vier relevanten Zukunftstrends. Vor allem, um Cyberangriffe frühzeitig zu erkennen und schneller darauf reagieren zu können, sei der Einsatz von künstlicher Intelligenz eine sinnvolle Ergänzung, heißt es in der Analyse. Weitere Punkte sind für Deloitte Datenkollaboration (das sichere Teilen von Daten mit Partnerorganisationen), unternehmensweite Cloud-Lösungen sowie der Einsatz der Blockchain-Technologie. Bei der Weiterentwicklung von KI ist Deep Learning aktuell die treibende Kraft im Bereich des Machine Learning. Deep Learning basiert auf künstlichen neuronalen Netzen.

Zukunftstrend

Im berufsbegleitenden Masterstudiengang AI Engineering an der FH Technikum Wien widmet sich ab Herbst eine eigene Lehrveranstaltung diesem Deep Learning, das zuletzt zu vielen wissenschaftlichen Durchbrüchen geführt hat. "Häufig bemerkt man im Alltag gar nichts davon, doch es gibt heute kaum einen Bereich, in dem Artificial Intellligence nicht relevant ist."

Studierenden beschäftigen sich im Laufe der vier Semester unter anderem mit der Entwicklung integrierter Systeme wie Echtzeitbilderkennung, Prozessierung menschlicher Sprachen, selbstfahrenden Autos oder medizinischen AI-Unterstützungssystemen. Der Fokus liegt dabei auf Programmierung, Software-Engineering und Algorithmen. Innerhalb des Studiengangs gibt es mit AI Technologies und Game-Engineering zwei Spezialisierungsrichtungen zur Auswahl.

Großes Interesse

Wer das Masterstudium AI Engineering an der FH Technikum absolvieren möchte, benötigt dazu einen facheinschlägigen Bachelor-Abschluss. Dazu zählen Studiengänge wie Software-Engineering, Informatik oder Wirtschaftsinformatik. Das Interesse an diesem Masterstudium sei groß, sagt Studiengangsleiter Bernhard Knapp. Daher wurden die Studienplätze auch um 15 erweitert. Bis Ende Juni können sich Interessierte noch für einen der 45 Studienplätze bewerben.

An der Linzer Johannes-Kepler-Universität (JKU) wird das Thema Artificial Intelligence bereits in einem sechssemestrigen Bachelorstudium behandelt. Seit dem Wintersemester 2019/20 wird an der JKU sowohl das Bachelorprogramm als auch ein gleichnamiges Masterprogramm angeboten. Auch bei diesem Masterprogramm liegt der Fokus auf Deep Learning. Neben den technologischen Fragen werden aber auch sozialwissenschaftliche und rechtliche Fragestellungen während des viersemestrigen Studiums behandelt. Auch an der JKU sei das Interesse an beiden Studienprogrammen hoch. Im Wintersemester 2012/22 waren 234 Studierende im Bachelor und 117 im Masterprogramm inskribiert. (Gudrun Ostermann, 31.5.2022)