Dass sich hybrid, vor Ort und Home Office vermischt kann die Effizienz steigern – manchmal auch zu sehr.
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Die Zukunft der Arbeitsweise ist hybrid. Diese Prognose aus der Hochzeit der Pandemie ist dort, wo überhaupt möglich, überwiegend wahr geworden. Büros wurden zu Teamräumen umgebaut und Modelle für die Mischung aus Homeoffice und Büro etabliert. Alles ist irgendwie ein Mix aus Telefonieren, Zusammentreffen und Springen von einem digitalen Termin zum nächsten geworden.

Hybrides Arbeiten macht Jobs viel menschen- und lebensgerechter, wurde versprochen. Ist das wahr geworden?

Natürlich haben ein paar Homeoffice-Tage viele Vorteile – von den gesparten Reisekosten bis zu neuen Möglichkeiten der Vereinbarkeit zwischen Lebenswünschen oder -pflichten und dem Job. Aber genau hier wird es schwierig: Nebenbei zu Hause den Haushalt schupfen ist doch eigentlich eine Effizienzsteigerung, ein weiterer Schritt in die Vermischung von Privat und Arbeit. Digital statt analog bei Meetings und Terminen ist wohl auch praktisch und vielfach umweltfreundlich (abgesehen vom Ressourcenverbrauch durch mehr Streaming). Definitiv ist es auch eine enorme Beschleunigung – jetzt gehen täglich acht Termine, nicht nur drei. Und zwar ohne entspannende Plauderei dazwischen am Gang.

Ist das für alle Menschen besser, fühlen sich da alle wohler? "Ich weiß nicht mehr, wie es meinem Team wirklich geht", sagte unlängst eine Führungskraft im Konzernmittelmanagement besorgt zu mir. Aber nur ganz privat. Offiziell klappt hybrid dort natürlich eins a. (Karin Bauer, 27.11.2022)