Platz drei und Balsam für Roland Leitinger.

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Das neue Siegergesicht.

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Vorzeitig out: Marco Schwarz.

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Alta Badia – Ein lauter, langer Schrei, gefolgt von einem ebenso intensiven "Yes": Roland Leitinger hat mit Platz drei beim Parallel-Riesentorlauf in Alta Badia seine erste Weltcuppodestplatzierung fixiert und damit eine lange Durststrecke überwunden. Der Riesentorlauf-Vizeweltmeister bei der WM 2017 in St. Moritz setzte sich im kleinen Finale gegen den Norweger Leif Kristian Nestvold-Haugen durch.

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Kristoffersen Siebenter

Seinen ersten Weltcupsieg feierte Rasmus Windingstad, der am Sonntag beim klassischen Riesenslalom auf der Gran Risa Siebenter war. Der 26-jährige Norweger setzte sich im Finale gegen den Deutschen Stefan Luitz durch. Henrik Kristoffersen, der Sieger am Sonntag, kam über Platz sieben nicht hinaus. Besser lief es für seinen Landsmann Lucas Braathen, der 19-jährige Norweger belegte Rang fünf.

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"Geniale Sache, das habe ich mir hart erkämpft, ich habe mehr und mehr Souveränität aufgebaut und es taugt mir, dass es heute geklappt hat, nachdem es gestern schief gegangen ist. Schade, dass ich im Halbfinale bissl zu viel riskiert habe, aber sei's wie's sei, der erste Podestplatz im Weltcup taugt mir extrem", sagte ein erleichterter Leitinger, der damit Selbstvertrauen tankte. "Ich habe gestern schon im zweiten Durchgang gemerkt, dass ich das Herz wieder in die Hand nehme und durch- nicht zurückziehe. Das war auch heute wieder so. So soll es weitergehen."

Es ist fantastisch", jubelte der norwegische Sieger. "Ich habe ein gutes Gefühl gehabt, mich immer sehr sicher und kontrolliert gefühlt."

Leitinger hatte sich zunächst ziemlich locker gegen Beaver-Creek-Sieger Tommy Ford (USA) für das Achtelfinale qualifiziert, profitierte dann von einem Einfädler des US-Amerikaners River Radamus. Im Viertelfinale setzte er sich überraschend deutlich gegen Kristoffersen durch, ehe er sich im Halbfinale dem späteren Sieger geschlagen geben musste.

Comeback nach Verletzung

Im Jänner 2018 hatte Leitinger beim Training auf der Reiteralm einen Kreuzbandriss erlitten und Olympia in Pyeongchang verpasst. Der 28-jährige Salzburger hatte seither einen steinigen Weg zu meistern. Am Sonntag belegte er trotz guter Zwischenzeiten nur Rang 23., beim RTL in Beaver Creek holte er den 21. Platz und beim Auftakt in Sölden war er 19.

Zwei Österreicher im Achtelfinale

Mit Dominik Raschner kam nur ein weiterer Österreicher ins Achtelfinale. Der 25-jährige Innsbrucker setzte sich zu Beginn gegen den Italiener Simon Maurberger (Sturz) durch, unterlag dann aber um drei Hundertstel Nestvold-Haugen.

Vier Österreicher in der Entscheidung

Gleich zum Auftakt scheiterten zwei der vier für das Finale qualifizierten Österreicher. Christian Hirschbühl kam im Duell mit Kristoffersen mit zwei Zehntelsekunden Verspätung an. Michael Matt musste sich um 17 Hundertstel dem US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle beugen. Der Franzose Alexis Pinturault scheiterte nach einem schweren Fehler im ersten Lauf des Sechzehntelfinales überraschend am Schweden Mattias Roenngren. Und mit Aleksander Aamodt Kilde war im Duell mit Windingstad auch der Schnellste der Qualifikation schnell draußen.

Marco Schwarz, Stefan Brennsteiner, Johannes Strolz und Daniel Meier scheiterten bereits in der Qualifikation. Vorzeitig auf der Strecke blieben auch die Franzosen Clement Noel, der im ersten Lauf der Qualifikation stürzte, und Cyprien Sarazzin, der am Vortag Zweiter war. Auch der Norweger Kjetil Jansrud schaffte es nicht in das Starterfeld der besten 32.

Erstmals wird in der Saison eine Kristallkugel für den besten Parallel-Rennläufer vergeben. Bewerbe gibt es allerdings nur zwei. Die Entscheidung um die kleine Kugel fällt daher schon am 9. Februar in Chamonix.

Kristoffersen im Gesamtweltcup vor Kriechmayr

Im Gesamtweltcup baute Kristoffersen seine Führung aus. Der Norweger führt nun 67 Punkte vor Vincent Kriechmayr. Der Weltcup wird nach Weihnachten mit zwei Abfahrten und einer Kombination in Bormio fortgesetzt. (Thomas Hirner aus Alta Badia, 23.12.2019)

Parallel-Riesentorlauf der Herren am Montag in Alta Badia:

1. Rasmus Windingstad (NOR)
2. Stefan Luitz (GER)
3. Roland Leitinger (AUT)
4. Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR)
5. Lucas Braathen (NOR)
6. Mattias Rönngren (SWE)
7. Henrik Kristoffersen (NOR)
8. Justin Murisier (SUI)
9. Loic Meillard (SUI)
10. Thibaut Favrot (FRA)
11. Dominik Raschner (AUT)
12. Ryan Cochran-Siegle (USA)
13. Aleksander Aamodt Kilde (NOR)
14. River Radamus (USA)
15. Mathieu Faivre (FRA)
16. Pawel Trichischew (RUS)
17. Zan Kranjec (SLO)
18. Alexander Schmid (GER)
19. Bastian Meisen (GER)
. Christian Hirschbühl (AUT)
21. Michael Matt (AUT)

22. Tommy Ford (USA)
23. Atle Lie McGrath (NOR)
24. Filip Zubcic (CRO)
25. Alexis Pinturault (FRA)
26. Mauro Caviezel (SUI)
27. Fabian Wilkens Solheim (NOR)
28. Hannes Zingerle (ITA)
29. Simon Maurberger (ITA)
30. Stefan Hadalin (SLO)
31. Matts Olsson (SWE)
32. Samu Torsti (FIN)

Wichtigere Duelle:

Finale: Windingstad s. Luitz (0,41)

Um Platz drei: Leitinger – Nestvold-Haugen (1,15)

Um Platz fünf: Braathen s. Rönngren (0,66)

Um Platz sieben: Kristoffersen s. Murisier (0,39)

Die weiteren Duelle der Österreicher:

Halbfinale: Windingstad s. Leitinger (DNF)

Viertelfinale: Leitinger s. Kristoffersen (0,78)

Achtelfinale: Leitinger s. Radamus (DNF), Nestvold-Haugen s. Raschner (0,03)

1. Runde: Leitinger s. Ford (0,50), Kristoffersen s. Hirschbühl (0,20), Raschner s. Maurberger (DNF), Cochran-Siegl s. Matt (0,17)

Gesamtwertung nach 11 Rennen:

1. Henrik Kristoffersen (NOR) 379
2. Vincent Kriechmayr (AUT) 312
3. Alexis Pinturault (FRA) 302
4. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 294
5. Matthias Mayer (AUT) 257
6. Dominik Paris (ITA) 249
7. Marco Odermatt (SUI) 222
8. Beat Feuz (SUI) 221
9. Mauro Caviezel (SUI) 218
10. Thomas Dreßen (GER) 202

Mannschaft Herren (11):

1. Norwegen 1514
2. Schweiz 1334
3. Österreich 1252
4. Frankreich 1147
5. Italien 612
6. USA 593
7. Deutschland 538
8. Schweden 313
9. Slowenien 264
10. Kroatien 143

Nationencup (21):

1. Österreich 2561
2. Schweiz 2280
3. Norwegen 2161
4. Italien 1740
5. Frankreich 1462
6. USA 1277
7. Deutschland 1188
8. Schweden 734
9. Slowenien 500
10. Slowakei 292